Der Karzer Das Gebäude, in dem sich heute das MusiCeum befindet, wurde 1705 als Wasserturm für die Erlanger Residenz errichtet. Er diente zur Versorgung des Brunnens im Schlossgarten und der Wasserspiele in der Orangerie und war um einige Stockwerke höher, als heute. In den unteren Stockwerken wohnte der Wassermeister, die oberen Stockwerke bargen die Wasserkessel.

Zwischen 1838 und 1898 war im zweiten Stock der Universitätskarzer untergebracht. Studentische Missetäter hatten hier für einige Tage ihren Arrest abzusitzen – was offensichtlich in vielen Fällen eine feucht-fröhliche Angelegenheit wurde und gewissermaßen „dazu gehörte“. Von dieser Nutzung zeugt heute noch ein Raum, der mit seinen zahlreichen Wandkritzeleien im Originalzustand erhalten ist. Als die Universität 1818 die Gebäude der ehemaligen Erlanger Residenz vom bayerischen König übereignet bekam, erhielt sie auch den Wasserturm.


Nach einer Nutzung als Museum zu Beginn des 20.Jh. wurde der Turm für Jahrzehnte zur Gaststätte. Das mittlerweile leerstehende Gebäude wurde 2002/2003 durch Privatinitiative der MusiCeumsleitung in Zusammenarbeit mit den Restauratoren Giersch, Fürth, und Lenk, Neunkirchen a. Br., renoviert und umgebaut. Im Herbst 2004 wurde diese Renovierung vom Bezirk Mittelfranken als besonders vorbildlich ausgezeichnet.
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